Femtosekunden-Laser bei Grauem Star

Femtosekundenlaser bei Grauem Star - AOZ TübingenWichtige Operationsschritte haben sich seit Jahren nicht mehr wesentlich geändert: Die Schnitte in der Hornhaut werden mit Skalpellen durchgeführt, die vordere Linsenhaut wird mit einer Risstechnik geöffnet und die Linse wird mit Ultraschall zerkleinert.

Seit einem Jahr verfügt unser Zentrum in Tübingen als eines der ersten in Baden-Württemberg über einen Femtosekundenlaser. Mit diesem Laser ist es endlich möglich alle Schnitte, die bei einer Kataraktoperation nötig sind, mit einer Präzision von einem tausendstel Millimeter durchzuführen.

Laser statt Skalpell

Ein neues Lasergerät revolutioniert den Operationsablauf bei der Grauen Star-Operation (Katarakt-Operation) und dem refraktiven Linsentausch (RLA) zur Korrektur von Fehl- und Alterssichtigkeit.

Der Eingriff, der seit Jahrzehnten ausschließlich manuell mit einem Skalpell vorgenommen wurde, wird nun durch den Einsatz eines Femtosekundenlasers noch präziser und somit noch sicherer und schonender durchgeführt.

Der von uns verwendete LenSx® Femtosekundenlaser der Firma Alcon ist mit einem hochauflösenden Messsystem (OCT) ausgestattet. Anhand der sehr genauen OCT-Vermessung plant Augenarzt Dr. Landenberger mithilfe einer speziellen Software die einzelnen Schnitte und die Fragmentierung der Linse. Anschließend führt der Laser – kontrolliert von Dr. Landenberger – diese Operationsschritte schonend, präzise und schmerzfrei in wenigen Sekunden durch. Anschließend wird die gebrochene Linse abgesaugt und wie bei dem herkömmlichen Verfahren ein neues, klares Linsenimplantat eingesetzt.

Die Vorteile zusammengefasst:

  • Sicherheit, Schonung
    Die klingenfreie Operationsmethode mit dem Femtosekundenlaser ist sicherer und schonender als die manuelle Methode mit dem Skalpell. Es wird viel weniger Energie benötigt, man spricht deshalb auch von einer „sanften Kataraktoperation“ .
  • Präzision
    Die Operation mit dem Laser wird unterstützt durch den Einsatz der optischen Kohärenztomografie (OCT), einem computerbasierten Analysesystem, das eine mikrometergenaue Steuerung und Überwachung der gesamten Operation ermöglicht. Nicht nur können alle nötigen Schnitte dadurch mit äußerster Präzision gesetzt werden, sondern auch die Platzierung der Kunstlinse wird erleichtert und somit das Sehergebnis nach der Operation optimiert.
  • Vorhersagbarkeit
    Es besteht eine fast 100-prozentige Garantie dafür, dass die operativen Eingriffe mit dem Laser genau so verlaufen, wie der Operateur sie im Vorfeld mit dem OCT plant. Diese Vorhersehbarkeit reduziert Komplikationen auf ein Minimum und führt somit zu bestmöglichen Sehergebnissen.

Die Augen eines jeden Menschen sind einzigartig und bedürfen einer genau angepassten Behandlung. Unter Umständen ist es möglich, dass eine Operation mit dem Femtosekundenlaser für Sie nicht in Frage kommt. Um dies herauszufinden wird Dr. Landenberger Ihre Augen genauestens untersuchen, bevor er Ihnen eine bestimme Operationsmethode empfiehlt.

Behandlungsablauf Graue Star-Operation mit dem Laser

Auf Wunsch können im AOZ Tübingen alle bei einer Linsenoperation notwendigen Schnitte von einem Femtosekundenlaser übernommen werden, was Ihnen ein Höchstmaß an Sicherheit und Präzision gewährleistet.

  1. Mikrometergenaue Vermessung (Optische Kohärenztomographie, OCT) der vorderen Augenhälfte
  2. Intraoperative Planung der Laseroperation durch Dr. Landenberger
  3. Laserschnitt in der Hornhaut
  4. Öffnen der vorderen Linsenhaut mit dem Laser
  5. Die trübe Linse wird vom Laser in kleine Stücke aufgeteilt, damit kaum noch Energie für die vollständige Entfernung notwendig ist
  6. Dann wird die Linse wie beim herkömmlichen Verfahren vollständig abgesaugt
  7. Im letzten Schritt setzt Dr. Landenberger die neue Kunstlinse in den leeren Linsensack ein
  8. Aufgrund der präzisen Schnittführung in der Hornhaut sind die Schnitte auch ohne Naht dicht